Priorität Schule und Bildung in Elmshorn

Mit der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule hatten die Elmshorner Sozialdemokraten für ihre Versammlung einen außergewöhnlichen Ort ausgesucht. „Wir wollen für den Haushalt der Stadt Elmshorn einen besonderen Schwerpunkt im Bereich Schule und Bildung setzen, und deshalb sind wir mit unserer Veranstaltung ganz bewusst in eine der drei Gemeinschaftsschulen unserer Stadt gegangen“, so der Vorsitzende der Elmshorner SPD Dr. Ernst Dieter Rossmann bei der Begrüßung der Gäste.

„Wir sind eine Schule im Aufbruch“, betonte Schulleiterin Maren Schramm bei der Vorstellung der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule die positive Entwicklung der Bildungseinrichtung am Binsenweg nach dem durchaus schwierigen Start bei der Schulreform im Jahr 2008.

Die besonderen Herausforderungen waren insbesondere durch das Zusammenwachsen zweier sehr unterschiedlichen Schulen gekennzeichnet, der Realschule am Propstenfeld und der Hauptschule Langelohe. „Die lange Zeit bestehende Unsicherheit, ob wir eine Regionalschule oder eine Gemeinschaftsschule werden, die unterschiedlichen Lehrerkollegien, aber auch der Unterricht an zwei weit auseinander liegenden Standorten und die Findung eines Schulprofils“ waren nach der Schilderung Schramms, die der Schule seit 2012 vorsteht, die großen Aufgaben.

„Uns ist es nicht nur gelungen, diese Herausforderungen zu meistern, sondern darüber hinaus auch einen sehr guten Ruf und ein eigenständiges und besonderes Profil zu erwerben“, zieht die Schulleiterin die Bilanz über die zurückliegenden Jahre.

Besonders verweist Schramm hierbei auf auf die wiederholte Auszeichnung der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule als Zukunftsschule, eine Anerkennung für Bildung für nachhaltige Entwicklung: „Seit 2008 haben wir uns im Wettbewerb von der Stufe 1: Wir sind dabei zur Stufe 3: Wir setzen Impulse für andere Schulen gesteigert und sind somit die einzige Schule in Elmshorn, die dieses hohe Niveau erreicht hat.“ 

Neben der Teilnahme an Wettbewerben sind für die Schulleiterin auch die Kooperationen, die die Anne-Frank-Gemeinschaftsschule eingegangen ist, wichtig: „Die Zusammenarbeit mit Firmen und beruflichen Schulen gewährleisten ein hohes Maß an beruflicher Orientierung.“

Geprägt wird ihre Schule nach Meinung von Schramm durch das Schulprofil, das unter dem Motto „Gemeinschaft macht Schule“ auch das Füreinander und Miteinander verwirklicht. „Hierdurch profitieren an unserer Schule, die zu einem Drittel von Schülern mit Migrationshintergrund besucht wird, alle Schülerinnen und Schüler“, so die Schulleiterin, die darauf hinweist, dass für 10 Prozent der Schüler besonderer Förderbedarf und fünf Schüler besonderer sozialpädagogischer Betreuungsbedarf bestünde. „Ein großes Thema ist auch die Inklusion“, verdeutlicht Schramm am Beispiel des 8. Jahrgangs, wo von vier Klassen drei Klassen Inklusionsklassen sind.

Den Erfolg ihrer Schule beschreibt die Schulleiterin mit der Tatsache, dass 50 Prozent der Schüler, die mit einer Sonderschulempfehlung an die Anne-Frank-Gemeinschaftsschule gekommen sind, zum Hauptschulabschluss geführt werden und 40 Prozent der Schüler, die die Schule mit einem Realschulabschluss verlassen, anschließend den gymnasialen Zweig anderer Schulen besuchen.

Ein großes Problem ist für die Anne-Frank-Gemeinschaftsschule die bauliche Situation und hierbei besonders der Zustand der naturwissenschaftlichen Räume. Den Appell Schramms, dass die geplanten baulichen Maßnahmen „dringend erforderlich sind und händeringend erwartet werden“, konnte der jugendpolitische Sprecher der Elmshorner SPD-Fraktion Arne Klaus aufnehmen: „Es geht los - nach der KGSE ist jetzt die Schule am Binsenweg an der Reihe, sowohl mit Sanierungsmaßnahmen als auch mit der Erweiterung des Schulgebäudes.“ Unterstützt wird die Aussage Klaus auch von der der finanzpolitischen Sprecherin Dörte Köhne-Seiffert mit den finanziellen Dimensionen; „1,5 Millionen Euro im kommenden Jahr und 5 Millionen Euro im Jahr 2016!“

Bauliche Maßnahmen werden neben der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule auch weiterhin ein großes Thema bleiben, da an der KGSE 2015 noch 2,5 Millionen Euro und 2016 1 Million Euro investiert werden und sich nach Ansicht von Klaus auch räumliche Herausforderungen an den Grundschulen abzeichnen „durch den Fokus, eine durchgängige Betreuung von 07 Uhr bis 17 Uhr zu gewährleisten.“ 

Ein sehr hoch gestecktes Ziel für die Stadt ist nach Ansicht von Klaus die Erweiterung der Betreuungsplätze an den Krippen und Kindertagesstätten: „2015 wollen wir 30 neue Krippenplätze schaffen. In den nächsten Jahren zeichnet sich aber schon jetzt ein erheblich höherer Bedarf ab, der zu einem neuen Kindertagesstätten-Standort mit vier Elementargruppen und zwei Krippengruppen führen wird.“  Zugleich ist für die SPD-Fraktion die städtische Sozialstaffel für die Betreuung in Kindertagesstätten und bei Tagesmüttern unantastbar.

„Ebenso werden wir trotz der knappen Haushaltslage auch die finanzielle Ausstattung bei den Schulbudgets halten“, führt Klaus aus, „wie schon seit 2012 wird es auch weiterhin 120 Euro pro Schüler für Schulmaterialien geben!“