Grüner Knopf soll Mode machen

„Wenn sich die Menschen einen Pullover kaufen, sollen sie sich schnell und eindeutig erkennen können, ob es sich um öko-faire Kleidung handelt! Dazu brauchen wir einen ‚Grünen Knopf‘ als klar erkennbares Qualitätszeichen.“ Das forderte der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann jetzt bei einem gemeinsamen Informationsbesuch mit dem Elmshorner SPD-Fraktionsvorsitzenden Ulrich Lenk und dessen Fraktionskollegin Monika Czemper beim Weltladen TOP 21.

Im Mittelpunkt des Gesprächs der Politiker mit den Betreibern des Weltladens, Ursula und Albert Röhl, standen Information über die aktuelle Initiative der Bundesregierung zum fairen Handel auf globaler Ebene und das Engagement der Stadt Elmshorn als Fairtrade-Town. Die TOP 21-Aktivisten lobten dabei ausdrücklich die Entscheidung des Elmshorner Stadtverordnetenkollegiums für die Bewerbung der Stadt um das Fairtrade-Siegel. Ursula und Albert Röhl hatten die Initiative hierfür im vergangenen Jahr mit angeschoben. Lenk und Czemper wiesen darauf hin, dass der Absichtserklärung jetzt weitere Schritte folgen müssten. „2015 muss es zu ersten sehr konkreten Umsetzungsmaßnahmen kommen, die jetzt durch die Steuerungsgruppe der Stadt zügig eingeleitet werden müssen“, so Ortsfraktionschef Lenk, der entsprechende Initiativen seiner Fraktion ankündigte.

Für die bundespolitische Ebene berichtete SPD-MdB Rossmann über das vor wenigen Wochen von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) gegründete „Textilbündnis“, dem Unternehmen, Verbände, Gewerkschaften und andere gesellschaftliche Gruppen angehören. Zu den Zielen dieser Initiative zählt,  existenzsichernde Löhne und die Verbannung schädlicher Chemikalien bei der weltweiten Textilproduktion zu erreichen. „Hintergrund ist, dass ein Großteil unserer Kleidung, ob von Markenherstellern oder Discountern, in Billiglohnländern in Südostasien hergestellt wird“, so Rossmann. Das Ehepaar Röhl berichtete, auch zivilgesellschaftliche Organisationen wie die auch in Kiel ansässige „Kampagne für Saubere Kleidung“ und das „Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein“ hätten sich bereits positiv zur Initiative geäußert.

Die TOP 21-Aktiven wiesen darauf hin, dass sozial- und umweltverträglich produzierte Kleidung vermehrt in Geschäften erhältlich ist, auch im Kreis Pinneberg. „Es gibt seit Jahren zweistellige Zuwachsraten. Immer Verbraucher legen Wert darauf, dass ihre Mode sozial und ökologisch tragbar ist“, so Albert Röhl.

Zur Verbraucheraufklärung  sei vom Entwicklungsministerium für 2015 der Aufbau eines Internetportals geplant, das über die bereits bestehenden verlässlichen Siegel  von „Fairtrade“, „GOTS“ (Global Organic Textile Standard) und „Fair Wear Foundation“ informiert.

Für die Elmshorner SPD soll das Thema „fairer Handel“ jedenfalls auch im Jahr 2015 präsent bleiben. „Elmshorn hat hier über die Kreisgrenzen hinweg eine regionale Vorreiterrolle. Die wollen wir auch aktiv ausfüllen“, betont Monika Czemper, die für diesen Bereich in der Ortsfraktion verantwortlich ist. Die SPD lädt desdhalb auch für den 07. Januar zu einer Diskussionsrunde zum „Fairen Handel“ in den Elmshorner Wasserturm ein.