Mehr Zeit für Familie

SPD-Fachgespräch fordert mehr Spielräume für junge Eltern

Vielen Eltern fällt es schwer, ihren Beruf mit der Familie zu vereinbaren. Sie wünschen sich ein besseres Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben und mehr Zeit für Familie und Partnerschaftlichkeit. Dass diese Wünsche eine politische Gestaltung von entsprechenden Rahmenbedingungen erfordern, war ein interessantes Diskussionsthema der SPD-Gesprächsrunde unter der Fragestellung: „Was kann die Politik für junge Familien tun?“ Hierzu hatten Hanna Braatz, Leiterin der Familienbildungsstätte Elmshorn, Helga Kell-Rossmann, Kreistagsabgeordnete aus Elmshorn und Beate Raudies, Elmshorner SPD-Landtagsabgeordnete, eine Fülle an Ideen in die offene Gesprächsrunde im Café Auszeit mitgebracht. 

Einigkeit bestand darin, dass gute Kindertagesstätten nicht nur eine wichtige Stütze für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind, sondern auch im Interesse von Eltern wie Kindern und derer guten Entwicklung liegen. Hier werden neue Initiativen zu mehr Qualität in der Betreuung und Förderung der Kinder gebraucht. Beate Raudies: „Das wird nur in einer konzentrierten Aktion von Bund, Ländern und Kommunen gehen, denn hierfür sind noch viele zusätzliche Mittel erforderlich.“ Die Landtagsabgeordnete erinnerte auch daran, dass Schleswig-Holstein aus historischen Gründen noch immer sehr hohe Kindergartenbeiträge im Bundesvergleich hat, deren Reduzierung, so Beate Raudies, sicherlich die größte materielle Hilfe für junge Familien wären. Der Aufbau einer besseren Begleitung und Förderung von Kindern dürfe dabei aber nicht bei den Kindertagestätten stehen bleiben, sondern müsse auch über feste Grundschulzeiten bis hin zur qualitätsvollen Ganztagsschule schrittweise fortgesetzt werden.

Dass dies nur schrittweise geschehen könne, aber dafür planvoll geschehen müsse, war auch das Plädoyer der Kreistagsabgeordneten Helga Kell-Rossmann. Sie erweiterte den Diskussionsrahmen um Ideen zu einem familienpolitischen Präventionskonzept, die auch von Hanna Braatz als Expertin aus der Familienbildungsstätte nachdrücklich unterstützt wurden. Hanna Braatz legte dabei insbesondere darauf Wert, dass Familienbildung für alle Eltern zugänglich sein müsse, was auch bei den Kursgebühren unbedingt gesichert bleiben müsste. Auf großes Interesse in der Diskussion stieß hierbei die SPD-Initiative der Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, über eine Famlienarbeitszeit, die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie gerade für junge Eltern deutlich zu verbessern. Mit dieser Famlienarbeitszeit sei ein wichtiges Anliegen der mittleren Generation erkannt, das jetzt aufgegriffen werden müsse. Die Zeit für Familie und Freunde ist gerade für diese Generation ein Schlüsselthema der Lebensplanung, wie auch Beate Raudies als Landtagsabgeordnete herausstellte. Mehr Zeit für die Familie sei Beschäftigten genauso wichtig wie ein hohes Gehalt. „Denn Familienzeit ist etwas wertvolles“, so Hanna Braatz in ihrem Resümee zur Diskussion. 

Die Elmshorner Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen die Anregung aus der ersten Diskussionsrunde, die sie zu ihren Schwerpunktthema Familie in diesem Jahr gebildet haben, jetzt aufnehmen und auch in die konkrete Kommunalpolitik einfließen lassen. Ernst-Dieter Rossmann, SPD-Bundestagsabgeordneter und Ortsvereinsvorsitzender: „Die entscheidenden Weichen werden hier natürlich auf Bundes- und Landesebene gestellt, aber auch in der Stadtpolitik leistet Elmshorn schon sehr viel und sollte diesem guten Ruf mit schrittweisen weiteren Verbesserungen gerecht werden. Der weitere Ausbau der Kindertagesstätten steht hier sicherlich mit an erster Stelle, genauso wie die die weiteren Investitionen in die Elmshorner Schulen.“